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Mittendrin
Bewertet mit 4 Sternen:Dieses Buch besticht durch seine Authentizität, es ist kein spannender Thriller oder Krimi sondern eine Lebensgeschichte und genauso unvorhersehbar sind die beschriebenen Lebensphasen, die nicht immer einen spektakulären verlauf nehmen, aber so sind wie sie das wahre Leben schreiben könnte. Durch den Schreibstiel der Tagebuchprosa, fühlt sich der Leser als teil der Geschichte, man lebt sie richtig mit; ja ich würde sogar soweit gehen und behaupten man fühlt sich sogar als teil der Geschichte, zumindest ging es mir so, denn die einzelnen Lebensphasen haben durch die Tagebuchform, einen enormen Bezug zum Hauptakteur aufgebaut, sodass man sie nicht nur als Betrachter sieht, sondern mit dem Protagonisten mit lebt.
Stellenweise muss man sich aber durch das Buch, durchkauen, denn wie in echt ist das Leben kein Abenteuerspielplatz und so gibt es auch in diesem Buch, weniger spektakuläre Phasen. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um ein durchaus lesenswertes Buch das einen entzückt, schockiert, trauern und hoffen lässt.
Ein Leben
Bewertet mit 5 Sternen:Vorweg sei gesagt, der etwas schnulzige Titel wird diesem Buch überhaupt nicht gerecht. William Boyd, einer der brillantesten englischen Romanciers, ist mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. Der Roman, eine rein fiktive Bioraphie eines Schriftstellers, der nie gelebt hat, wird von Boyd dermassen authentisch zum Leben erweckt, dass sich der Leser immer wieder fragt, ob das ganze Buch nun auch wirklich ein Roman ist. Die Geschichte ist einfach meisterhaft erzählt und bis ins kleinste Detail konzipiert.
Boyd erzählt vom Leben eines Mannes auch anhand von Tagebüchern, von der frühen Jugend bis zum Tod. Die Tagebücher werden hierbei als raffiniertes Hilfsmittel eingesetzt um den Protagonisten auferstehen zu lassen und so wird dieses Leben dem Leser auf unglaublich spannende Weise regelrecht vor Augen geführt. Man ahnt zwar manchmal was alles noch kommen kann und wird trotzdem immer wieder völlig überrascht. Wie es eigentlich nur im richtigen Leben geschieht. Die Geschichte des Logan Mountstuart, Schriftsteller, Kunsthändler, Spion entsteht vor dem geistigen Auge des Lesers, zunächst als ziemlich kalter und egoistischer Erfolgsmensch bis hin zu einem Mann, der weise und zärtlich wird. Viele reale Zeitzeugen, wie Ernest Hemingway, Pablo Picasso, Virginia Woolf oder auch Ian Flemming kreuze den Lebensweg dieser schillernden Figur und erhöhen damit, verbunden mit geschichtlichen Ereignissen die Authentizität der Biographie.
Die Vergänglichkeit des Glücks wird dem Leser manchmal auf schmerzliche Weise vor Augen geführt und wird so machen ins Grübeln bringen über das was in seinem eigenen Leben alles schon passiert ist oder auch noch passieren kann.
Lesenswertes Tagebuch eines englischen Literaten, Kunsthändlers und Spions.
Bewertet mit 4 Sternen:Nachdem der englische Schriftsteller William Boyd mit seinem Buch über den von ihm erfundenen amerikanischen Maler Nat Tate die amerikanische Kunstszene zunächst erfolgreich an der Nase herumgeführt hat, sind die Leser vorgewarnt. Diesmal erzählt William Boyd in seinem Tagebuch-Roman "Eines Menschen Herz" die abenteuerliche Lebensgeschichte des 1906 in Uruguay geborenen Schriftstellers Logan Gonzago Mountstuart. Als achtjähriger Junge kommt er mit seiner Familie nach England, studiert in Oxford und schreibt eine erfolgreiche Shelley-Biographie. Mountstuart trifft viele bedeutende Schriftsteller und Maler seiner Zeit, wird zum englischen Spion und arbeitet als Kunsthändler in New York, wo er natürlich auch Nat Tate kennen lernt. William Boyd hat mit "Eines Menschen Herz" ein buntes Porträt eines facettenreichen, exemplarischen Lebens im 20. Jahrhundert geschrieben.
Logan Gonzago Mountstuart stolpert durch sein Leben, wird von Schicksalsschlägen getroffen und trifft teilweise recht seltsame Entscheidungen. Sein Sozialverhalten ist egozentrisch und sein Lebensstil eher passiv, überhaupt lässt den Leser diese Lebensgeschichte seltsam unberührt. Die sich wiederholenden Sex- und Alkoholgeschichten sind zunehmend ermüdend. Deswegen 1 Stern Abzug. Logan Gonzago Mountstuart ist nicht unsympathisch, seine Tagebuchaufzeichnungen sind jedoch genauso oberflächlich wie er selbst. Es klingt beeindruckend, wenn jemand Spion war, als Kunsthändler in New York gearbeitet und mehrer Bücher veröffentlicht hat, aber in Grunde ist dessen Leben fürchterlich banal.
Autor William Boyd hat mit seinem lesenswerten Roman "Eines Menschen Herz" eine interessante vielschichtige Persiflage auf ein erfolgloses Künstlerleben im 20. Jahrhundert geschrieben. Das Buch ist konsequent im Tagebuchstil geschrieben, wobei der Stil des jungen Mannes sich von dem des alternden Greises kaum unterscheidet. Im Anhang des Buches befinden sich eine Publikationsliste und ein Register, das Personen und eine akribische Auflistung der Ereignisse enthält.
Durchgekämpft
Bewertet mit 3 Sternen:Ich habe mich durch dieses Buch gekämpft, habe bis zum Schluss gehofft, dass es besser wird. Diese Selbstverliebtheit ist unerträglich. Leider hat es mir nicht gefallen. Ruhelos dagegen war Spitze.
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