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Ambiguität und Phänomenologie für Fortgeschrittene
Bewertet mit 4 Sternen:Bermes' gelingt zwar eine Einführung von akzeptabler Kohärenz, nur führt er den Leser weniger in das Denken des wichtigsten französischen Phänomenologen ein, als dass er vielmehr schon einen ersten Kontakt des Lesers zur Philosophie Pontys voraussetzt, ohne den er sicherlich unverstanden bleiben müsste. Angenehm liegt das Augenmerk der Einführung auf Pontys Unterfangen einer Wiedervereinigung der vom fiebertraumtrunkenen Descartes so frech entzweiten Welt. Auf ?Humanismus und Terror" wird nur wenig eingegangen, das Phänomenologische Programm wird auch nicht näher erläutert, trotzdem, dass auf Husserl und Heidegger häufig rekurriert wird, sogar der entscheidende Begriff der Ambiguität selbst wird nicht näher erklärt. Pontys Biografie fällt im Umfang verschwindend gering aus. So kommt denn die Einführung nur dadurch zu 4 Punkten, dass sie das, was sie sagt, zweifelsohne richtig darstellt, und dem Leser durchaus auch Anregungen zu bieten hat. Ich persönlich empfehle aber jedem, der sich näher mit dem Denken Merleau-Pontys auseinandersetzten möchte, den Band ?Das Auge und der Geist" - eine Sammlung verschiedener kleinerer Schriften Pontys, die zumal schon mit ihrem Vorwort dem Merleau-Ponty Neuling das wichtigste Werkzeug zum Verständnis des Philosophen an die Hand gibt. (Hier stellt er in seiner Kandidaturschrift für das Collège de France sein Programm selbst vor) Kurz: aufgrund der dürftigen Lage an Literatur zu Ponty kann ich Bermes' Einführung Fortgeschrittenen empfehlen, allen Anderen rate ich zu Auge und Geist.
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